Vatikanbrot-Rezept

Von Vatikanbrot hast Du vielleicht schon mal gehört. Es firmiert auch unter Freundschaftskuchen oder Franziskuskuchen und meint eigentlich eine Anzahl verwandter Rezepte, wie man den Hermann-Sauerteig üblicherweise anwendet. Etwas genauer habe ich diesen speziellen Sauerteig bzw. seine Herstellung aus Milch, Zucker und Mehl schon bei unseren Birnenmuffins vorgestellt. Ich zeige hier zwei recht ähnliche Varianten, die erste davon wird auch im Video besprochen. Die Zweite ist eine Reaktion auf einige Schwächen des Grundrezepts, bei meiner Familie beliebter und vielleicht auch eine Spur gesünder, jedenfalls aber fruchtiger. Das erste entstand eigentlich aus einem Internetfund und einigen Problemen alle Zutaten am Wochenende im Regal zu finden. Ursprünglich kam keine Milch vor, dafür statt Rapsöl mehr Sonnenblumenöl. Sieh diese beiden Rezepte also auch einfach als einen Hinweis auf die Toleranz in der Anleitung, Variieren ist erwünscht.

Vatikanbrot als Gugelhupf

Vatikanbrot – Grundrezept

Prep Time 20 mins
Cook Time 50 mins

Ingredients
  

  • 400 g Hermann-Sauerteig
  • 350 g Weizenmehl (Universal / W480)
  • 150 ml Vollmilch
  • 100 ml Rapsöl
  • 100 g Haselnüsse (gemahlen)
  • 21 g Backpulver Oder ein anderes vergleichbares Backtriebmittel
  • 20 g Vanillezucker
  • 3 Eier
  • 1 Priese Salz
  • Zimt

Instructions
 

  • Das Backrohr auf 180°C Umluft vorheizen.
  • Eine Gugelhupfform einfetten (oder mit einem Back anti-haft Spray behandeln).
  • Die Eier in Eiklar und Dotter trennen, das Eiklar mit einer Prise Salz zu Eischnee schlagen.
  • Backpulver und Mehl vermischen.
  • Eidotter, Vanille, Zimt und Öl gut verrühren.
  • Mehl, geriebene Nüsse und Milch unterrühren.
  • Den Hermann-Sauerteig unterrühren und zuletzt das Eiweiß unterheben.
  • Die Masse in die Form geben und im Backrohr bei 180°C 50 Minuten, etwas unter der mittleren Schiene backen.

Freundschaftskuchen variieren, Früchte bieten sich an

Für das folgende Rezept möchte ich noch hinzufügen, dass ich kurz davor begonnen habe, meinen Hermann mit W700 statt W480 Mehl zu füttern. Das ist also nicht die übliche Hermann-Kultur. Sie ist etwas gelblicher, etwas fester, aber trotzdem noch sehr ähnlich. Meine ursprüngliche Motivation war, wie beim Vatikanbrot-Grundrezept, dass mir eine Komponente ausgegangen war. Ich hatte bei W480 mehr zu Hause, nur mehr das “glatte” W700. Der Wechsel hat mich dann aber auch nicht sehr gestört und ich habe das einfach fortgesetzt. Im Wesentlichen wollte ich der mikrobiellen Mischung damit einfach eine etwas größere Lebensgrundlage spendieren. Die verwendete Kultur war gerade im Übergang, ich nehme aber an, dass es mit eurem eigenen Hermann genau so gut funktionieren wird, egal mit welchem Weizenmehl ihr ihn zieht (über Vollkornmehle kann ich aber nichts sagen, das habe ich noch nicht probiert).

Wie auch immer, auf dieser Basis steht die fruchtige Weiterentwicklung, das Vatikanbrot mit Kirschen. Abgesehen von den Früchten und mehr Öl statt Milch hat sie auch etwas mehr Hermann, etwas mehr Geschmacksquellen und W700 statt W480 als Mehl (und nicht nur im Hermann).

Vatikanbrot mit Kirschen

Vatikanbrot mit Kirschen

Prep Time 20 mins
Cook Time 50 mins

Ingredients
  

  • 420 g Hermann-Sauerteig
  • 350 g Weizenmehl (glatt / W700)
  • 390 g Kirschen Ich habe sie schon entkernt und in Saft eingelegt im Glas gekauft, aber auch frische (und bevorzugt entkernte) Kirschen sollten gut funktionieren, eventuell braucht der Teig dann etwas mehr Flüssigkeit.
  • 200 ml Rapsöl
  • 100 g Haselnüsse (gerieben)
  • 50 ml Milch
  • 20 g Vanillezucker
  • 16 g Backpulver
  • 5 g Zitronenschale Unbehandelt, wenn selbstgerieben, dann auch etwas mehr, ich habe ein Päckchen getrocknete und geriebene Bioschale verwendet.
  • 3 Eier
  • 1 Prise Salz
  • Zimt

Instructions
 

  • Das Backrohr auf 180°C Umluft vorheizen.
  • Eine Gugelhupfform einfetten (oder mit einem Back-anti-haft-Spray behandeln).
  • Die Eier in Eiklar und Dotter trennen, das Eiklar mit einer Prise Salz zu Eischnee schlagen.
  • Backpulver und Mehl vermischen.
  • Eidotter, Vanillezucker, Zimt, Zitronenschale und Öl gut verrühren.
  • Mehl, geriebene Nüsse und Milch unterrühren.
  • Den Hermann Sauerteig unterrühren und zuletzt das Eiweiß unterheben.
  • Die Masse in die Gugelhupfform geben und im Backrohr bei 180°C 50 Minuten, etwas unter der mittleren Schiene backen.

Eine gute Sache, wenn man Geschmack über Zucker stellen möchte

Zusammenfassend finde ich diesen Vatikankuchen sehr interessant. Und nicht nur als Sonntagskuchen. Ich denke sogar, dass er die Erwartungen vieler Besucher nicht erfüllen wird. Eben, weil er nicht besonders süß ist. Er ist aber auch nicht zu süß und hat einen bestimmten Eigengeschmack. Dieser lässt sich eben nicht nur auf Zucker in Kuchenform reduzieren, wie bei vielen kommerziellen Angeboten. Er hat etwas, zu dem man immer wieder greifen möchte, ohne Heißhunger auszulösen. Eine gute wiederkehrende Nachspeise. Außerdem hält er recht lange frisch. Beziehungsweise, insbesondere die Version mit Kirschen, trocknet nicht schnell durch, lässt sich einfrieren und bleibt auch so einige Tage frisch. Zumindest, wenn der Kuchen abgedeckt wird. Was ich aber sowieso mache, sonst muss ich meinen Katzen erklären, dass dieser Kuchen nicht für sie ist. Was erfahrungsgemäß nicht sehr gut funktioniert. Aber du darfst ihn gerne auch ohne Katzen zu Hause abdecken.

Für mich ist ein wesentliches Entscheidungsmaß, wie meine Familie auf meine Koch- udn Backexperimente reagiert. Dieses Rezept ist viel besser angekommen als das Basisrezept, auch wenn ich nicht ganz sicher bin, warum. Es hat wohl damit zu tun, dass der Hermann an sich nicht allen liegt, er ist einfach etwas ungewöhnlich im Geschmack, das fällt in diesem Rezept scheinbar nicht so stark auf. Es ist trotzdem schwierig, an einem einzelnen Faktor festzumachen. Dieses Rezept ist nicht als eines von “Papis komischen Experimenten” in Erinnerung geblieben sondern als guter, nahrhafter Kuchen. Das bedeutet mir schon etwas, und ist ein weiterer Grund, diesen Vatikankuchen (besonders den mit Kirschen) immer wieder zu machen. Der Hermann wird ja auch regelmäßig wieder reif.

Viel Spaß beim Experimentieren!